Nach längerer Pause melde ich mich wieder in meinem Blog zurück. Wir leben in unruhigen Zeiten. Kriege, die einfach nicht beendet werden, Rechtspopulismus sogar hier im Land, zunehmende Armut, auch hier im Land, die Klimakatastrophe, die sich immer mehr ins Bewusstsein drängt. Die Versuchung ist groß, die eigene Unruhe großsprecherischen Politikern anzuvertrauen und von einfachen Antworten Ruhe für die Seele zu erwarten. Aber es gibt keine einfache Antworten, wir sind aufgefordert genau hinzusehen und die Stimme zu erheben, uns auszutauschen.
Wo kommt aber nun die ersehnte Ruhe her, ohne die wir ja nicht lange leben können?
Die Menschen scheinen sich mal wieder emsig zu bemühen, die eigene Art und mit ihr alle anderen Arten abzuschaffen. Die Versuche werden immer perfekter. Wir feiern bald den 80. Jahrestag des Waffenstillstandes nach dem 2.Weltkrieg in Deutschland. Und wieder ist die Rede von Kriegstüchtigkeit, als ob wir nichts gelernt hätten.
Alle Religionen und besonders die mystischen Traditionen darin, laden uns ein, den Frieden, die Ruhe, den Himmel in uns selbst zu finden. In der Märchenwelt spricht man von der goldenen Kugel als Bild für die innere Mitte, die nur mit Sich-dem-Leben-Anvertrauen zu erleben, zu erfahren ist. Und so begeben sich die Märchenpersonen auf die Suche, die Fahrt zu sich selbst. Das Sprichwort sagt: „Lügen haben kurze Beine“. Wenn das stimmt, was ich glaube, dann dürfen wir vertrauen, dass die Lügen, die in Politik und Wirtschaft grade so sehr prosperieren, auch kurze Beine haben. Hoffentlich nicht mit so extrem krassen Folgen wie 1945. Aber in den aktuellen Kriegsschauplätzen scheint das alte lügenhafte Streben den Menschen wieder so viel Leid aufzuladen.
Anregungen aus der Märchenwelt
Märchen und biblische Geschichten, sowie fast alle Erzählungen der Religionen laden uns ein, himmlische Zustände, in denen die Menschen in ihren Gesellschaften und Gemeinschaften gemeinsam am Gemeinwohl interessiert sind, nicht ins Jenseits zu verlegen, als (billigen) Trost gewissermassen, sondern sie im Diesseits zu suchen, im Hier und Heute andere mit meinen Gaben zu beschenken und zu empfangen, was ich brauche.
Es gibt genügend Beispiele in der Geschichte, die zeigen, dass das lebbar ist, im Kleinen wie im Großen. Das war und ist letztlich die Botschaft Jesu und aller weisen Menschen in den Jahrtausenden. Sich dem Leben anvertrauen und Barmherzigkeit üben führt zu unserer eigenen Heilung und der der Gesellschaft.
Immer wieder heißt es: “ Was soll ich denn tun?“ Aber schon ein Lächeln den anderen gegenüber, mit friedvollem Bewußtsein oder seine Schritte am Tage friedvoll zu machen, verändern das Leben und können Kreise ziehen. Im Buddhismus heißt es, jeder Schritt, den ich mit friedvollem Herzen tue, hinterlässt eine Lotusblüte.
Das Wort Blog setzt sich ja zusammen aus dem Wort „Web“ (Netz) und Log-buch (Tagebuch). So verstehe auch meine Eintragungen als Tagebuch, um mich zu orientieren im wirren Gespinst der Zeit. Die sieben Märchenbilder, die das menschliche Leben abbilden und fast allen Märchen zugrunde liegen, können da hilfreich sein. (In einem späteren Beitrag werde ich sie mal vorstellen.) So kann ich, wie in den biblischen Geschichten, Orientierung finden und-: Ruhe für Leib und Seele.
Gerne würde ich mich austauschen, schreibt mir ins Kontaktformular, was Ihr denkt.
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